Giovanni Bononcini

La Nemica d amore fatta amante

Info

Adriana Fernández

Martín Oro

Furio Zanasi

Chiara Banchini

Ensmeble 415

 

ZIG ZAG TERRITOIRES

 

 




Und ewig lockt Arkadien

EROTIK DER MUSIK

Wie Tirsi seufzt, wie er begehrt, wie er schmachtet!
Endlich ist der edle Hirte am Ziel seiner Sehnsüchte: Die schöne Nymphe Clori erwidert seine bislang verschmähte Liebe! "Ich denke an Dich, meine Gunst hat Dich viel schöner und weniger hochmütig gemacht; wer hätte gedacht, dass man die strenge Clori so besänftigen kann." Auf Italienisch klingt das natürlich gleich viel poetischer: Pur ti riveggio ancor / piu bella a mio favor, / e meno altera; / chi mai credéa così / che si placasse / un die così Clori severa.

Aber erst, wenn es so in hinreißend sehnsuchtsvolle Moll-Töne gesetzt ist, wie in Govanni Bononcinis (1670-1747) "Serenata à tre" von 1693, und vor allem so betörend gesungen und musiziert wird, wie vom Altisten Martin Oro und dem Cellisten Gaetano Nasillo, ist man als Zuhörer einfach hin und weg! Vor allem der unendlich gehaltene Ton auf dem letzten 'a' von "altara", umspielt vom Cello, ist an Sinnlichkeit schwer zu überbieten. Improvisierte Auszierungen der Singstimme und die wunderschön dissonanten Vorhalte des Cellos bei der Wiederholung steigern den Effekt noch. Erst ganz zum Schluss setzt auch der Rest des Ensembles noch einmal mit dem Ritornell ein und trägt Sänger (und Zuhörer) einfach davon. Ist das Erotik in der Musik? Das muss sie sein!

Georg Henkel